Fenster-Silikon erneuern bedeutet, die alte, meist rissige oder vergraute Dichtstofffuge zwischen Fensterrahmen und Mauerwerk beziehungsweise Fensterbank vollständig zu entfernen und durch eine neue, elastische Silikonfuge zu ersetzen. Je nach Umfang liegen die Kosten zwischen 5 und 25 Euro pro laufendem Meter, wenn ein Fachbetrieb ran muss, in Eigenregie meist nur bei den Materialkosten von 10 bis 20 Euro für Kartusche und Werkzeug. Wie dieses Vorgehen im größeren Zusammenhang einer Fenstersanierung einzuordnen ist, behandelt der Grundlagenartikel zu den Kosten beim Fenster erneuern – hier geht es ausschließlich um die Silikonfuge selbst.
Woran erkennt man, dass die Fuge erneuert werden muss?
Silikon ist ein Verschleißteil. UV-Strahlung, Temperaturwechsel und mechanische Bewegung des Fensterrahmens lassen den Dichtstoff nach einigen Jahren spröde werden. Wer regelmäßig hinschaut, erkennt den Handlungsbedarf, bevor Feuchtigkeit ins Mauerwerk eindringt.
- Risse und Abrisse: Feine Haarrisse an der Oberfläche sind meist noch unkritisch, durchgehende Risse bis zum Untergrund lassen jedoch Wasser eindringen.
- Schwarze oder graue Verfärbungen: Schimmelbefall im Silikon deutet auf dauerhafte Feuchtigkeit hin und ist ein klares Signal für den Austausch, da er sich nicht wegputzen lässt.
- Schrumpfung und Ablösung vom Untergrund: Zieht sich die Fuge zurück oder löst sich seitlich vom Rahmen beziehungsweise vom Putz, ist die Dichtwirkung nicht mehr gegeben.
- Zugluft und kalte Stellen: Spürbarer Luftzug am Fensteranschluss trotz geschlossenem Fenster spricht dafür, dass nicht nur das Silikon, sondern eventuell auch die Anschlussfuge im Mauerwerk betroffen ist.
- Feuchteflecken an der Innenwand unterhalb der Fensterbank: Dieses Symptom zeigt, dass bereits Wasser hinter die Fuge gelangt ist – hier sollte zügig gehandelt werden, bevor der Putz durchfeuchtet.
Als grobe Faustregel gilt eine Lebensdauer von 8 bis 15 Jahren für Außensilikon, abhängig von Sonneneinstrahlung und Materialqualität. Fugen an der Wetterseite verschleißen deutlich schneller als solche im Schatten.
Schritt für Schritt: So läuft die Erneuerung ab
Die Reihenfolge der Arbeitsschritte entscheidet über die Haltbarkeit der neuen Fuge. Wird ein Schritt übersprungen, hält das neue Silikon oft nur wenige Monate statt der üblichen Jahre.
- Alte Fuge entfernen: Mit einem Fugenmesser oder Cuttermesser die alte Silikonraupe vorsichtig herausschneiden, ohne den Untergrund zu beschädigen. Hartnäckige Reste lassen sich mit chemischem Silikonentferner lösen.
- Untergrund reinigen und entfetten: Rahmen und Laibung mit Isopropylalkohol oder speziellem Reiniger von Fett, Staub und Silikonresten befreien. Restfeuchte oder Fett verhindern eine dauerhafte Haftung.
- Abkleben: Beide Seiten der Fuge mit Malerkrepp exakt abkleben, um eine saubere, gerade Fugenkante zu erhalten und angrenzende Flächen zu schützen.
- Fuge auftragen: Mit der Kartuschenpresse eine gleichmäßige Silikonraupe in die Fuge spritzen, dabei die Kartusche in einem konstanten Winkel führen.
- Glätten: Innerhalb weniger Minuten mit einem Fugenglätter oder angefeuchtetem Finger die Fuge in einem Zug glattziehen, dann sofort das Klebeband abziehen, solange das Silikon noch nass ist.
- Aushärten lassen: Je nach Produkt 24 bis 48 Stunden vor Wasserkontakt schützen und den Raum in dieser Zeit gut lüften, da beim Aushärten Essigsäure oder Alkohol ausdünstet.
Für die Arbeit reichen Fugenmesser, Silikonentferner, Kartuschenpresse, Malerkrepp, Reinigungsmittel und ein Glättwerkzeug. Handschuhe schützen die Haut vor dem Dichtstoff, eine gute Belüftung ist bei geruchsintensiven Silikonen sinnvoll. Wer Fenster-Silikonfugen erneuern will, sollte zudem auf die richtige Silikonsorte achten: Für den Außenbereich eignet sich witterungsbeständiges Fassadensilikon, im Innenraum genügt Acryl, das sich zusätzlich überstreichen lässt.
Was kostet die Erneuerung der Silikonfuge?
Die Kosten hängen davon ab, ob die Arbeit selbst ausgeführt oder an einen Fensterbauer beziehungsweise Maler vergeben wird. Für ein einzelnes Fenster mit rund vier laufenden Metern Fuge ergeben sich in der Praxis folgende Größenordnungen.
| Position | Eigenregie | Fachbetrieb |
|---|---|---|
| Material (Kartusche, Reiniger, Klebeband) | 10–20 € | im Preis enthalten |
| Werkzeug (einmalig, mehrfach nutzbar) | 10–15 € | – |
| Arbeitslohn pro laufendem Meter | – | 5–10 € |
| Anfahrt / Mindestpauschale | – | ab 40–60 € |
| Gesamt pro Fenster (ca. 4 m Fuge) | 20–35 € | 80–150 € |
Bei mehreren Fenstern gleichzeitig sinkt der Preis pro Meter, da sich die Anfahrt auf mehr laufende Meter verteilt. Wer ohnehin über ein größeres Sanierungsvorhaben nachdenkt, sollte die Fensterdichtungen im Gesamtpaket der Fenster-erneuern-Kosten mit einplanen, statt sie isoliert zu betrachten – oft lässt sich die Fugenarbeit mit anderen Gewerken bündeln und dadurch günstiger anbieten.
Zusatzkosten entstehen, wenn der Untergrund beschädigt ist: abgeplatzter Putz, morsches Holz am Rahmen oder Rost an Metallschienen müssen vor dem neuen Silikon ausgebessert werden. Das kann den Aufwand pro Fenster um weitere 20 bis 80 Euro erhöhen, je nach Schadensumfang.
Silikonfuge oder Gummidichtung – wo liegt der Unterschied?
Nicht jede Undichtigkeit am Fenster lässt sich mit Silikon beheben. Es lohnt sich, zwischen zwei völlig unterschiedlichen Bauteilen zu unterscheiden, die beide oft in einem Atemzug genannt werden.
- Silikonfuge (außen): Sie verschließt den Übergang zwischen feststehendem Rahmen und Mauerwerk beziehungsweise Fensterbank. Sie ist rein statisch, bewegt sich nicht mit und lässt sich, wie oben beschrieben, gut selbst erneuern.
- Gummidichtung (umlaufend im Flügel): Sie sitzt zwischen beweglichem Fensterflügel und feststehendem Rahmen, wird bei jedem Öffnen und Schließen belastet und sorgt für die Luftdichtheit des Fensters selbst.
Wer die Fenster-Gummidichtung erneuern will, muss zunächst das genaue Profil des vorhandenen Herstellers ermitteln, da Dichtungsprofile in Form und Härte variieren. Die alte Dichtung wird aus der umlaufenden Nut gezogen, die Nut gereinigt und die neue Dichtung eingedrückt oder eingerollt – bei Standardprofilen eine machbare Eigenleistung, bei Sonderprofilen älterer Fenster oft nur über den Fensterbauer zu beschaffen.
Eine dritte, häufig verwechselte Fuge ist die Glasleistendichtung an der Scheibe selbst. Beschlägt die Scheibe zwischen den Glasscheiben einer Isolierverglasung, liegt kein Problem der äußeren Silikonfuge vor, sondern ein Defekt der Randverbund-Versiegelung im Glasscheiben-Zwischenraum. Dieser Schaden lässt sich nicht abdichten, sondern erfordert einen Austausch der Glaseinheit durch einen Glaser oder Fensterbaubetrieb. Wer also die Fenster-Dichtung erneuern möchte, sollte vorher genau lokalisieren, welche der drei Ebenen betroffen ist, um nicht am falschen Bauteil zu arbeiten und Geld für die falsche Reparatur auszugeben.
Als grobe Orientierung für die Abgrenzung: Zieht es am geschlossenen Fenster spürbar, liegt es meist an der Gummidichtung im Flügel. Tropft oder verfärbt sich die Wand unterhalb der Fensterbank, liegt das Problem in der äußeren Silikonfuge. Trübe oder beschlagene Scheiben zwischen den Glasebenen weisen dagegen auf einen Glasschaden hin, der mit Dichtstoffarbeiten allein nicht behoben werden kann.
Fazit
Das Erneuern der Silikonfuge am Fenster ist eine der günstigsten und am einfachsten selbst durchführbaren Maßnahmen an der Gebäudehülle, sofern Untergrund und Werkzeug stimmen und die Reihenfolge aus Entfernen, Reinigen, Abkleben, Auftragen und Glätten eingehalten wird. Wer dagegen Zugluft am geschlossenen Flügel oder Beschlag zwischen den Glasscheiben feststellt, sollte nicht an der Silikonfuge nacharbeiten, sondern die tatsächliche Ursache prüfen lassen, bevor unnötig Zeit und Material investiert werden.
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